Change or Die

Es ist Samstag, der 2. Februar 2019, und ich sitze in meinem Hotel. Gleich geht’s zum Mittagessen und morgen dann hoffentlich entspannt zurück gen Heimat. Ich bin hier für eine Schulung, und in Zukunft darf ich offiziell Kanban-Kurse unterrichten. Neben Kursen für Scrum, SAFe® und Management 3.0 ein weiteres Stück in meinem Portfolio, das sich mit den Arbeitsweisen in unserer Zeit beschäftigt.

Aber wie kommt es, dass diese Themen aktuell soviel Aufwind erleben? Ich glaube, nein, ich bin überzeugt, dass die Arbeitswelt der Zukunft eine dominierende Konstante haben wird:

Veränderung.

Und das macht es schwierig, denn der Mensch ist von Natur aus skeptisch gegenüber dem Wandel. Vorurteile und Verweigerung gegenüber Veränderung helfen uns, den Alltag zu meistern.

Auf einem sehr grundlegenden Level ist das sogar notwendig, ansonsten müssten wir jeden Morgen neu lernen, wie man läuft. Das hilft uns aber nur, solange die Umstände sich nicht verändern. Denn stellt euch mal vor, die Schwerkraft würde jeden Tag signifikant schwanken. Plötzlich würde uns das Wissen von gestern nicht mehr helfen, und wir müssten uns erstmal an die neuen Umstände gewöhnen.

Zurück zur Arbeitswelt: Noch vor einiger Zeit war es relativ leicht, sich gegen den Wandel zu stemmen. Es hat viele Jahrzehnte gedauert, bis es in fast allen Haushalten Fernseher gab. Es hat zwei Jahrzehnte gedauert, bis das Internet bei fast allen Menschen in Deutschland angekommen ist. Es hat Jahre gedauert, bis alle ein Mobiltelefon hatten, Monate, bis die sozialen Medien auf ein unglaubliches Maß angewachsen sind.

Die Zeiträume, in denen man sich verweigern konnte, ohne zurückzufallen, schrumpfen kontinuierlich. Dass Menschen es trotzdem mit aller Macht versuchen – im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man sich die Parteienlandschaft anschaut – liegt ein Stück weit in der Natur der Dinge. Aber auch in der antrainierten fehlenden Anpassungsnotwendigkeit.

Und so bleibt am Ende nur eines: Wir müssen beginnen, uns zu bewegen. Nicht nur körperlich, das kann natürlich auch nicht schaden, sondern vor allem geistig. Trainiert euch an, auf Änderungen zeitnah zu reagieren. Gewöhnt euch ab, Zustände mit „das war schon immer so“ zu verteidigen. Schaut, was die Veränderung für Chancen mit sich bringt. Probiert öfter etwas Neues, wagt kleine Experimente, und zwar nicht erst dann, wenn es zu spät ist, sondern dann, wenn ihr in sicheren Dimensionen etwas probieren könnt.

Dann klappt’s auch mit der Zukunft.

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